Heizen mit Solarenergie
Die Kraft der Sonne ist so stark, dass im Grunde schon die Energiemenge einer halben Stunde Sonneneinstrahlung ausreichen würde, den Energiebedarf der gesamten Weltbevölkerung für ein ganzes Jahr zu decken. Um die Sonnenenergie auch für den privaten Haushalt einfach und effektiv nutzbar zu machen, arbeiten Wissenschaftler und Forscher seit Jahren sehr intensiv und erfolgreich an einer verbesserten entsprechenden Technik.
Bis heute sind die Entwicklungen bereits sehr weit fortgeschritten, so dass der Einsatz einer Solaranlage zur Strom- oder Wärmeproduktion auch in unseren Breiten bereits außerordentlich lohnend ist.
Die Vorteile, die sich aus einer Nutzung der Sonnenenergie ergeben, liegen neben den tatsächlichen Einsparpotenzialen für die jeweiligen Haushalte in der Unabhängigkeit von anderen, vornehmlich fossile Energieträger. Damit in Verbindung sind auch die enormen positiven Auswirkungen dieser regenerativen Energieform auf den Umwelt- und Klimaschutz zu sehen. Bei der Herstellung von Strom und Wärme werden hierbei im Gegensatz zum Beispiel zu Öl, Gas oder Kohle keine klimaschädigenden Emissionen produziert. Vom technischen Aspekt aus betrachtet, ist die Solarenergie sogar bereits heute in der Lage, die fossilen Energieträger vollständig zu ersetzen.
Das elementarste Bauteil einer Solaranlage zur Erzeugung von warmem Wasser und zum Heizen eines Hauses stellt der in der Regel auf dem Dach des Gebäudes installierte Kollektor dar. Dieser beinhaltet den sogenannten Absorber, über den die aufgenommene Sonnenstrahlung direkt in Wärme gewandelt wird. Um die Wärme zu transportieren, wird ein entsprechender Träger, in der Regel ist dies Wasser, benötigt. Diese Flüssigkeit wird in ihrer Funktion als Wärmeträger durch den Kollektor geführt und nimmt dabei die umgewandelte Energie der Sonne als Wärme in sich auf. Schließlich wird die Flüssigkeit in den entsprechenden Wärmespeicher geleitet und kann bei Bedarf für die Bereitstellung von Warmwasser oder Heizenergie genutzt werden.
Die heute auf dem Markt befindlichen Systeme einer solchen solarthermischen Nutzung sind technisch hoch ausgereift und erlauben einen sehr effektiven und zuverlässigen Betrieb. Voraussetzung dafür ist es, dass die Kollektorfläche möglichst groß ist, und gleichzeitig möglichst direkt in südliche Richtung ausgerichtet wird, ohne dass die Sonneneinstrahlung durch Schatten beeinträchtigt wird. Lassen die baulichen Voraussetzungen dieses nicht zu, kann entweder eine größere Kollektorfläche für ausreichend Energie sorgen oder eine Installation der Kollektoren auf einem Gestell auf dem Grundstück. Dabei ist aber zu beachten, dass die Errichtung von Kollektoren, die nicht am Haus befestigt sind, eine Baugenehmigung erfordert. Gerade wenn das System auch eine Heizanlage beinhaltet, wird außerdem ein entsprechend großer Wärmespeicher benötigt. Die ausreichende Größe der erforderlichen Kollektorfläche bei guten Bedingungen beträgt etwa 1,8 Quadratmeter je Person im Haushalt. Der Speicher sollte je Person ein Fassungsvermögen von rund einhundert Litern aufweisen.
Förderprogramme helfen bei der Installation
Die Installation einer solchen Anlage wird aber auch durch den Nutzen zahlreicher intensiver Förderprogramme lohnend, durch die der Bund aber auch die Länder und teilweise auch einzelne Kommunen, die Verbreitung von Techniken unterstützen, die regenerative Energien nutzbar machen. Vorrangiges Ziel ist dabei die Reduzierung der klimaschädigenden Treibhausgase sowie die Schaffung umweltfreundlicher Alternativen zu den fossilen Brennstoffen Erdöl, Gas und Kohle. So beträgt der Investitionszuschuss durch den Bund zum Beispiel je Quadratmeter installierter Kollektorfläche bereits 110 Euro. In Anbetracht der derzeitigen Preise für entsprechende Anlagen amortisiert sich die Technik nach etwa acht bis zehn Jahren. Einberechnet werden müssen dabei natürlich auch die Einsparungen, die sich dadurch ergeben, dass keine herkömmlichen Energieträger verwendet werden, die vermutlich in den nächsten Jahren auch weiter im Preis steigen werden. Nach der erfolgreichen Installation und Inbetriebnahme einer solaren Heizanlage ist im alltäglichen Betrieb allerdings kaum mit weiteren Kosten zu rechnen. Auch zu ersetzende Verschleißteile und Reparaturen fallen in der Regel nicht an.




