Verantwortung für sich und nachfolgende Generationen übernehmen
Sinkende Geburtenraten und damit absehbar geringerer Wohnraumbedarf in der nahen Zukunft sowie ein zunehmend verantwortungsvollerer Umgang mit natürlichen Ressourcen hat zur Entwicklung des Konzepts des ökologischen Bauens oder nachhaltigen Bauens geführt.
Im nachhaltigen Bau soll einerseits gewährleistet werden, dass der Erbauer und Nutzer des Hauses in einer speziell für ihn gestalteten Wohnumgebung lebt, die seinen Bedürfnissen optimal entspricht. Andrerseits soll die Nachwelt nicht mit Bausubstanz konfrontiert werden, die sie nutzen muss, die belastend auf die Umwelt wirkt oder kostspielig zu entsorgen ist.
Grundsätze des nachhaltigen Bauens
Das Gebäude soll so gut wie möglich in den natürlichen Stoffkreislauf eingefügt sein. Vor allem im Hinblick auf eine spätere Entsorgung sollte darauf geachtet werden, Baustoffe zu verwenden, die biologisch abbaubar oder alternativ einfach zu entsorgen sind. Aus dem gleichen Grund sollte versucht werden, die versiegelte Baufläche so klein wie möglich zu halten.
Bei der Herstellung der Baumaterialien sollte wenig Energie verbraucht werden. Auch später während der Nutzung des Gebäudes ist ein geringer Energieverbrauch von Bedeutung. Dafür können erneuerbare Ressourcen wie Solarenergie oder Erdwärme verwendet werden. Selbstverständlich ist ein Verzicht auf toxische Substanzen beim Bau.
Auf ein optimales Wassermanagement ist zu achten. Das Trinkwasser ist von Brauchwasser zu trennen. Das Brauchwasser kann zum Waschen und Blumengießen verwendet werden. Alternativ kann hier auch Regenwasser eingesetzt werden. Das spart kostbares Trinkwasser.
Praktische Umsetzung von nachhaltigem Bauen
In Bezug auf ökologisch abbaubare Baumaterialien gibt es mehrere interessante Alternativen, die bei der Herstellung wenig oder nur geringe Energie benötigen und später leicht zu entsorgen sind, ohne die Umwelt zu belasten. Das in Deutschland noch wenig bekannte Strohballenhaus stellt eine sehr günstige Möglichkeit dar. Ökologisch abbaubares Baumaterial wird bei diesen Häusern mit geringem Energieaufwand bei der Herstellung verwendet. Stroh hat eine sehr hohe Wärme- und Lärmschutzdämmung und eignet sich hervorragend auch für den Einsatz bei Passivhäusern.
Auch Lehmhäuser fallen in die Kategorie des nachhaltigen Bauens. Lehm wird in der Regel ganz in der Nähe des Bauplatzes gewonnen. Dadurch fallen geringe Transportkosten an. Er enthält keine toxischen Beimengungen und isoliert ebenfalls hervorragend gegen Lärm und Kälte.
Als dritte Bauweise bietet sich das Blockhaus an. Die Häuser werden komplett aus dem nachwachsenden Baustoff Holz errichtet und besitzen einen hohen Wärmedämmwert. Leider können die meisten Hölzer für Blockhäuser nicht in der Nähe des späteren Bauplatzes geschlagen werden. So fallen doch verhältnismäßig hohe Transportaufwände an.
Alle drei Baumaterialien entsprechen den gesetzlich vorgeschriebenen Normen in Bezug auf Wärme- und Lärmschutz und Feuersicherheit. Neben der hohen Umweltverträglichkeit gewährleisten sie auch sehr hohen Wohnkomfort durch ein gesundes Wohnklima. Bei einer späteren Entsorgung des Hauses, fallen keine oder unwesentliche Belastungen für die Umwelt an. Lehmhaus und Strohballenhaus haben zudem für den Bauherrn den nicht unbedeuteten Vorteil eines hohen möglichen Anteils an Eigenleistung.
Beispiele für nachhaltiges Bauen in Deutschland
Der Grundsatz des nachhaltigen Bauens ist aber nicht nur einzusetzen bei der Errichtung von neuen Gebäuden, wobei die Stadt Freiburg mit ihrer Solarsiedlung und ihrem Vauban Projekt eine Vorbildfunktion einnimmt. Sondern der Grundsatz des nachhaltigen Bauens wurde auch in der Renovierung des Reichstagsgebäudes in Berlin umgesetzt. Das Reichstagsgebäude produziert seine eigene Energie.




