Moderne Fenstertechnik

Energie sparen mit einer Wärmeschutzverglasung

In der Vergangenheit waren die Fenster eines Hauses in Sachen Wärmedämmung meist der entscheidende Schwachpunkt mit den größten Wärmeverlusten. Dementsprechend intensiv verliefen in den letzten Jahren die Entwicklungen, um diese Situation zu verbessern. Und das mit durchaus überzeugendem Erfolg.

Moderne Wärmeschutzverglasung.

Die hochwertigen Wärmeschutzfester heutiger Tage weisen Wärmeverluste auf, die vollen siebzig Prozent unter denen liegen, die Fenster noch vor rund dreißig Jahren aufwiesen.

In den siebziger Jahren herrschten in unserem Land noch faktisch ungedämmte einfach verglaste Fenster vor. Der Wärmeverlust dadurch war enorm und führte schon damals zu enormen Energiekosten. Als die Energiepreise dann begannen anzusteigen, wurden immer mehr doppelt verglaste Isolierscheiben eingesetzt. Dabei ist zwischen den Scheiben eine Luftschicht, die für einen zusätzlichen Wärmeschutz sorgt. Die Wärmeverluste und dementsprechend auch die zusätzlichen Heizkosten konnten so zumindest schon um etwa die Hälfte gesenkt werden.

Mit der Entwicklung der sogenannten Wärmeschutzverglasung ist schließlich ein weiterer Durchbruch im Bereich der Wärmedämmung der Fensterscheiben gelungen. Vom Prinzip her stellt diese eine Verbesserung der Isolierglasscheiben dar. Auf die Scheiben wird dabei jeweils innen eine sehr dünne Metallschicht aufgedampft, durch die eine Wärmestrahlung zwischen den beiden Scheiben wesentlich verringert wird. Darüber hinaus wird seit der Einführung dieser Wärmeschutzverglasung die dämmende Luftschicht zwischen den Scheiben durch ein Edelgas, in der Regel Argon, ersetzt. Der Vorteil, der Edelgase gegenüber reiner Luft besteht, darin, dass sie deutlich weniger stark wärmeleitfähig sind und somit einen noch größeren Hitze- und Kälteschutz darstellen. Bei neueren Fenstern wird als Edelgas meistens Xenon oder Krypton eingesetzt, die gegenüber Argon eine noch geringere Wärmeleitfähigkeit aufweisen und somit eine noch stärkere Dämmung bedeuten. Der tatsächliche Wärmeverlust an den Scheiben konnte durch die Wärmeschutzverglasung gegenüber den herkömmlichen Isolierglasscheiben noch einmal etwa um die Hälfte verringert.

Metallschicht auf der Scheibe bringt effektiv Wärmeschutz

Dabei bewirkt die aufgetragene Wärme reflektierende Schicht nicht nur, das die Kälte oder im Sommer auch die Hitze nicht mehr so stark in die Wohnräume eindringen kann sondern gleichzeitig auch, dass die Wärme aus dem Inneren nicht ungedämmt wieder nach außen entweicht. Die aufgetragene Schutzschicht besteht aus einer Metalloxid-Silber-Verbindung. Das Silber reflektiert die auftreffende Wärmestrahlung. Mit dem Metalloxid wird erreicht, dass die Scheibe weiterhin farblich neutral und nicht verdunkelnd wirkt. So ist eine moderne Wärmeschutzverglasung praktisch weder von außen noch von innen von einer weniger gedämmten Scheibe zu unterscheiden.

Die Haltbarkeit dieser wärmedämmenden Verglasung wird im Allgemeinen mit rund dreißig Jahren angegeben. Der kritische Punkt stellt dabei die Dichtigkeit der Gasfüllung dar. Wird die Konstruktion an einem Punkt undicht, führt dies dazu, dass die Edelgasbefüllung entweicht und damit Luft aber meist auch Feuchtigkeit in den Zwischenraum der Scheiben eindringt. Mit einem zunehmenden Auftreten von beschlagenen Scheiben wird die Verglasung schließlich unbrauchbar und muss erneuert werden.

Die Entwicklungen für eine noch bessere Wärmedämmung im Bereich der Fenster gehen allerdings weiter. Als sogenanntes „Passivhaus-Fenster“ stellt heute eine dreifach verglaste Wärmeschutzverglasung das Optimum in diesem Bereich dar. Dabei werden beide Glaszwischenräume wiederum mit einem Edelgas befüllt. Zusätzlich haben diese Systeme einen besonders intensiv gedämmten Rahmen. Der Vorteil dieser Verglasung besteht zusätzlich auch darin, dass einfallende Wärme durch die Sonnenstrahlung zwar aufgenommen wird, diese aber gleichzeitig kaum wieder entweichen kann.

Foto:Lyudvig Makhyan