Fassadenbegrünung nicht einfach nur Pflanzen
Meine Oma wohnte in so einem hübschen Häuschen. Eine ganze Seite war mit wildem Wein zugewachsen und im Herbst erstrahlten die Blätter in den wunderbarsten Farben. Ich wollte auch immer in so einen schönen Haus wohnen, musste aber einige Rückschläge einstecken bevor ich in einem begrünten Haus wohnen konnte.
Fassadenbegrünung ist wohl so alt wie der Hausbau selbst. Ich denke nicht, dass die Menschen ursprünglich ihre Häuser mit Absicht begrünten. Aber den Pflanzen, vor allem Kletterpflanzen, dürften nicht groß gefragt haben, sondern rankten sich einfach an dem empor, was sich gerade anbot. Und wenn das eine Hauswand war, umso besser.
Was fällt uns spontan ein, wenn wir an Fassadenbegrünung denken?
Efeu, an alten Burgen und Ruinen. Vor allem die wunderschönen Bilder von schottischen und irischen Burgruinen fallen einem dazu ein. Wilder Wein, farblich ein Fest vor allem im Herbst. Dies sind wohl die „klassischen“ Fassadenbegrüner. Es geht aber auch anders. Spalierobstbäume können ebenso als Fassadenbegrüner benutzt werden wie echter Wein in den dementsprechenden Regionen. Schön ist auch ein Bewuchs mit Kletterrosen oder Clematis.
Fassadenbegrünung richtig betrieben hilft das Wohnklima zu verbessern und schützt die Hausfassade. Wenn die Begrünung aber nicht regelmäßig gepflegt und zurück geschnitten wird, dann kann sie zu Bauschäden führen.
Wie wird nun richtig begrünt?
In der Regel ist es ratsam mit einen Spaliersystem zu arbeiten. Auf diese Weise ist ein gewisser Abstand zwischen Hauswand und Kletterpflanze gegeben. Die Gefahr dass sich die Pflanze mit Luftwurzeln in den Putz „bohrt“ und so Schäden anrichtet wird verringert. Es gibt unterschiedliche Spaliersysteme, vom einfachen Holzspalier bis hin zu Edelstahlseilen. Abgesehen vom Kostenfaktor wird die Auswahl des Spaliers sicherlich auch vom Stil des Hauses abhängen.
Planen Sie die so genannten Rankfelder ruhig etwas schmaler. Wenn Sie große Flächen begrünen möchten, wählen Sie lieber mehrere schmale Rankfelder nebeneinander. Diese sind leichter zu pflegen und zurück zuschneiden als breiter angelegte Rankfelder. Planen Sie die Rankhilfen für die Begrünung so, dass mindestens 20 cm Abstand vorhanden zu Hausecken, Türen und Fenstern sind. Dies nennt man Bruttoabstand. Wenn im Sommer dann die rankenden Pflanzen alles verdecken sind die Rankhilfen nicht zu sehen, aber die Pflanzen werden Ihre Fenster nicht zuwachsen.
Üppige Ranker wie zum Beispiel Efeu oder wilder Wein benötigen stabile Rankhilfen. Clematis und Kletterrosen gelten dagegen als grazile Kletterer. Die Standortbedingungen sind eine weiteres Kriterium bei der Pflanzenauswahl.
Planen Sie Bepflanzung mit dauergrünen Pflanzen wie Efeu oder blühenden Pflanzen wie Rosen, die im Winter zurück geschnitten werden?
Es ist wichtig dass die Rankhilfen stark genug sind, das Gewicht der Pflanzen auszuhalten. Eine Gewichtsbelastung von bis zu 20 kg pro Quadratmeter ist nicht ungewöhnlich, bei Vereisung können diese extrem auch bis zu 50 kg pro Quadratmeter anwachsen. Auch dieser Faktor sollte bei der Planung zur Fassadenbegrünung berücksichtig werden. Ein Abstand des Rankspaliers von der Wand von 5 cm ist normalerweise ausreichend. Es wird jedoch auch von der Pflanzenart bestimmt. Die Fassadenbegrünung sollte eine Höhe von 5 Metern nicht überschreiten. Die Erfahrung zeigt, dass alles über diese Höhe sehr schwer zu warten ist. Es ist unvermeidlich die Pflanzen regelmäßig zurück zu schneiden und zu verhindern, dass sich die Ranken unter das Dach drücken und die Dachziegel verschieben.
Bei der Pflanzung der Kletterpflanzen sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen vor das Klettergerüst gepflanzt werden und nicht dahinter. Dies wird ihnen später wenn die Pflanzen ihre gewünschte Größe und Stärke erreicht haben viel Mühe ersparen.
Mit ein klein bisschen Zeit und Planung wird die Fassadenbegrünung ein Schmuckstück der Fassadengestaltung werden und viel Freude für den Gärtner oder die Gärtnerin bringen.
Nehmen Sie sich die Zeit. Es lohnt sich.
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