Vorbeugender Brandschutz im Wohnhaus
Der vorbeugende Brandschutz in einem Wohnhaus beinhaltet vor allem bauliche Maßnahmen, die verhindern sollen, dass in oder am Haus ein Brand entstehen kann. Um einen wirkungsvollen Schutz im Brandfall gewähren zu können, sind aber darüber hinaus weitere Maßnahmen zumindest sehr empfehlenswert, um Sach- vor allem aber auch Personenschäden zu verhindern.
In diesem Sinne unterteilen sich die für Wohngebäude relevanten Maßnahmen in den sogenannten baulichen und den technischen Brandschutz. Dabei sollten die diesbezüglich geltenden gesetzlichen Vorschriften der Landesbauordnungen als Mindestanforderungen betrachtet werden.
Der bauliche Brandschutz beginnt bereits wesentlich mit dem Bau eines Hauses und der Auswahl der entsprechenden Baumaterialien. Maßgeblich ist dabei die Einbeziehung des Brandverhaltens bestimmter Baustoffe sowie deren Feuerwiderstand. Grundsätzlich gehören so natürlich Baustoffe wie Beton, Stein und Zement als nichtbrennbare Baustoffe zu den bevorzugten Materialien. Allerdings ist für den Bau von Wohnhäusern natürlich auch Holz zugelassen, so weisen gerade die für die Außenwände erforderlichen entsprechend dicken Rund- oder Eckhölzer einen sehr hohen Feuerwiderstand auf. Daneben sind sogenannte Brandschutztüren auch in Privathäusern zum Teil vorgeschrieben. So ist beispielsweise der Kellerraum mit einer Ölheizung über eine solche Tür feuerfest zu schließen. Dabei gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Bestimmungen, die es unbedingt zu beachten gilt. Brand- und Rauchschutztüren müssen immer geschlossen bleiben.
Kommt es dennoch zu einem Haus- oder Wohnungsbrand, sind es so auch im seltensten Falle die eigentlichen festen Bauteile, die in Brand geraten und gegebenenfalls die sehr gefährlichen giftigen Gase entwickeln, sondern das nachträglich aufgestellte Mobiliar und alles, was dazugehört. So ist für ein sicheres Zuhause auch ein persönlicher vorsorgender Brandschutz enorm wichtig. Der erste Grundsatz dabei ist es natürlich, keine potenziellen Brandbeschleuniger im Haus zu lagern. Auch ein nicht aufgeräumter Dachboden, vollgestopft mit leicht brennbaren Gegenständen ist oft Ursache für das Entstehen eines Haus- oder Wohnungsbrandes.
Vorbeugender Brandschutz muss nicht immer technisch sein
Der vorbeugende Brandschutz beinhaltet aber auch im Wesentlichen das grundlegende Wissen möglichst aller Haushaltsangehörigen über das richtige Verhalten im Brandfall. Viele der verheerendsten Haushaltsbrände entstehen zum Beispiel durch den nicht fachgerechten Versuch, in Brand geratenes Öl oder Fett in einer Pfanne oder einem Topf zu löschen. Fettbrände sind nur mit einem speziellen Löschschaum zu löschen, bei dem Versuch ein solches Feuer mit Wasser zu löschen, kommt es zu einer schlagartigen Verdampfung des Wassers. Dabei treibt der Wasserdampf das brennende Fett auseinander, sodass es zu einer gefürchteten Fettexplosion kommen kann. Zum Schutz aller Bewohner eines Hauses gehört in jeden Haushalt ein funktionstüchtiger Feuerlöscher. Wo diese zu bekommen sind und welche technischen Brandschutzeinrichtungen im eigenen Haus noch sinnvoll sind, lässt sich bei den Beratern der örtlichen Feuerwehr kompetent erfragen. In Frage kommen dabei zum Beispiel Sprinkleranlagen oder Rauch- beziehungsweise Brandmelder. Dabei ist es bereits in einigen Bundesländern, wie zum Beispiel in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bereits heute laut den entsprechenden Landesbauordnungen vorgeschrieben, beim Bau von Wohnhäusern oder Wohnungen Rauchmelder zu installieren. In der Regel ist dabei gleichzeitig eine Nachrüstung mit Rauchmeldern für bereits bestehenden Wohnraum mit einer unterschiedlichen Fristsetzung gefordert. Diese Gesetzgebung beruht auf der Erkenntnis, dass die meisten Opfer eines Brandes im Schlaf überrascht werden und so einer Rauchgasvergiftung erliegen. Tatsächlich sterben 95 Prozent aller Brandopfer an einer Kohlenmonoxid- oder einer Kohlendioxidvergiftung. Diese Gase sind besonders gefährlich, da sie geruchlos sind und gleichzeitig sehr schnell toxisch wirken. So fordern die Landesfeuerwehrverbände seit vielen Jahren eine durchgreifende gesetzliche Regelung für alle Bundesländer. Wichtig ist die Installation eines Rauchmelders auf jedem Fall in jedem Schlafraum und natürlich insbesondere auch im Kinderzimmer. Da der Flur oft als Fluchtweg genutzt wird, ist auch er mit einem Rauchmelder zu versehen. Im Brandfall gibt der Rauchmelder dann ein durchdringend akustisches und optimaler weise auch ein optisches Signal, die potenziell schlafende Personen schnell aufwecken sollen.
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