Eine alte Kulturpflanze kommt wieder zu Ehren
Schon im alten Ägypten war Hanf als vielseitige Nutzpflanze bekannt. Hanf (Cannabis Sativa) ist eine alte Kulturpflanze, die früher im Alltag eine große Rolle spielte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Hanf immer weniger genutzt. Viele seiner Verwendungszwecke wurden durch vermeintlich bessere Materialien aus Kunststoff ersetzt wurden. Dadurch gerieten die Nutzungsmöglichkeiten von Hanf vielfach in Vergessenheit.
Heutzutage wird zwischen Nutzhanf und Medizinalhanf unterschieden. Die Züchtung des Nutzhanfs eliminiert weitgehend das berauschende THC aus den Pflanzenteilen. Die vielseitigen Eigenschaften des Nutzhanfes führten Anfang der 1990er zu einer Wiederbelebung des Hanfanbaus. Hanf ist eine widerstandsfähige einjährige Pflanze. Sie kommt ohne Pestizide aus und da sie sehr schnell wächst, bedeckt sie auch die Böden der Anbaufläche sehr schnell. Damit verhindert sie Auswaschungen. Ein Anbau in Gebieten, die für andere Pflanzen wenig ertragreich ist, bietet interessanten Alternativen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Hanf den Boden nur wenig auslaugt, selbst wenn er als Monokultur angebaut wird.
Seine vielseitige Verwendbarkeit sorgte für eine steigende Nachfrage und so nimmt der landwirtschaftliche Anbau von Hanf kontinuierlich zu. In Europa kann die Hanfproduktion mit der Nachfrage zur Zeit noch nicht mithalten.
Nutzung
Eine der bekanntesten Verwendungsmöglichkeiten von Hanf sind Seile aller Art. Weiterhin werden Stoffe für die Bekleidungsindustrie hergestellt. Nur die wenigsten wissen, dass Hanf auch essbar ist. Von den medizinischen Einsatzmöglichkeiten des Hanfs ist in den Köpfen der meisten Menschen nur noch die berauschende Wirkung von Hasch vorhanden. Weniger bekannt ist, dass Hanf als Basis für Waschmittel, Farben und Lacke dienen kann. Selbst die Baubranche entsinnt sich wieder dieses Materials. Im Hausbau wird Hanf als Dämmmaterial eingesetzt oder in Verbindung mit Zement zu Blöcken verarbeitet. Im Zuge des nachhaltigen Bauens und als ökologischer Baustoff ist Hanf eine interessante Option.
Vorteile und Nachteile von Hanfdämmung
Im Bau wird Hanf als Dämmfilz oder Matten vorzugweise für Dachschrägen und Leichtbauwände eingesetzt.
Hanf hat hervorragende Wärme- und Lärmschutzeigenschaften. Er ist sehr feuchtigkeitsbeständig und aufgrund seine Faserstruktur resistent gegen Insektenbefall. Da bei seinem Anbau weder Herbizide noch Pestizide eingesetzt werden, weisen Hanfmaterialien keine Rückstände auf. Damit bietet dieser Baustoff ideal für Allergiker an. Als einheimischer nachwachsender Rohstoff hat Hanf kurze Transportwege. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf die Ökobilanz dieses Baumaterials aus.
Bei der Herstellung von Baumaterial aus Hanf wird dieses häufig mit Polyesterfasern versetzt. Auf solche Zusätze sollte der Bauherr im Sinne nachhaltigen Bauens verzichten. Polyesterfasern erschweren das Entsorgen, das gern in Form von Kompostieren erfolgt.
Auf Grund steigender Nachfrage und noch geringer Verbreitung ist Hanf momentan ein relativ teurer Baustoff. Das kann sich jedoch ändern, wenn sich umweltbewusste Bauherren und Haussanierer verstärkt diesem natürlichen und gesunden Baustoff zu wenden. Die positiven Eigenschaften sprechen eine deutliche Sprache und sollten die Verbreitung von Hanf im Hausbau fördern.
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