Häuser aus sich regenerierendem Material
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Häuser aus Holz zu errichten. Neben den immer beliebter werdenden Blockhäusern aus massiven Holzbalken und dem so genannten Holztafelbau bei Fertighäusern findet der Holzrahmenbau immer mehr begeisterte Anhänger. Beim Holzrahmenbau ist in der Regel trotz hoher Vorfertigung der Teile in der Schreinerwerkstatt eine hohe Individualität bei der Gestaltung der Räumlichkeiten gegeben.
Ein Holzrahmenhaus kann durchaus auch mehrstöckig angelegt werden. Momentan sind aufgrund baugesetzliche Beschränkungen nur drei Stockwerke erlaubt.
Ursprung
Das Holzrahmenhaus wurde ursprünglich schon vor 350 Jahren von Auswanderern in Nordamerika aus dem europäischen Fachwerkbau entwickelt. Über 90 % der Einfamilienhäuser in den USA bis hinzu 7stöckigen Großbauprojekten werden dort inzwischen in der so genannten „Timber Frame“-Bauweise erstellt. Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde das Holzrahmenbauhaus auf Initiative des deutschen Zimmererhandwerks in Abwandlung der „Timber Frame“-Häuser für den hiesigen Markt entwickelt und erfreut sich steigender Beliebtheit.
Bauphysikalisch sehr effiziente Aufbauten, weiterentwickelte Werkstoffe und größere Querschnitte, kennzeichnen den heutigen Holzrahmenbau ebenso wie den Holztafelbau. Die Bauweisen des modernen Holzrahmenhauses und des Holztafelhauses unterscheiden sich nur geringfügig. Vorteil des Holzrahmenbaus gegenüber konventionellen Bauweisen ist die Vorfertigung der Bauteile in den Zimmermannsbetrieben unabhängig von den Witterungsbedingungen.
Herstellung und Merkmale
Holzrahmenhäuser werden, wie schon im Namen ausgedrückt, als vorgefertigte Rahmen erstellt. Die Rahmen werden aus den massiven Holzbalken hergestellt und mit Holz- oder Faserplatten bzw. Gips- oder Gipskartonplatten als ganze Wandteile vorgefertigt. In die Hohlräume zwischen Balken und Plattenverkleidung werden dementsprechende Wärme dämmende Materialien eingebracht. So entsteht auch bei geringer Wanddicke eine ausgezeichnete Wärmedämmung.
Die Kombination der Rahmen aus Holzbalken und Platten versteift die Rahmenkonstruktion und macht sie sehr tragfähig. Deshalb ist es auch möglich mehrere Stockwerke aufeinander zu bauen. Holzrahmenhäuser können für beliebige Grundrisse eingesetzt werden. Sie sind sowohl für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser geeignet als auch für die Konstruktion von gewerblichen Gebäuden. Als Fundament kann ein Keller oder eine Bodenplatte dienen. Auf dieser Konstruktion kann dann das Holzrahmenhaus errichtet werden. Der Aufbau des Fundaments ist wie bei allen Häusern abhängig von der Bodenbeschaffenheit.
Die äußere Fassadengestaltung bei Holzrahmenhäusern ist vielseitig. Sowohl Holzverschalungen, als auch Mauerwerksvorsatzschalen bis hinzu Putzen auf Wärmedämmverbundsysteme sind üblich. Diese Holzhäuser haben eine hohe Feuerwiderstandsklasse. Sollte in einem Holzrahmenhaus einmal ein Feuer ausbrechen, so hat das Holz eine sehr lange Standsicherheit, entwickelt weniger giftige Gase und starken Rauch als bei Kunststoffen. Für Bewohner und Feuerwehr bietet es mehr Sicherheit.
Die Lebensdauer eines Holzrahmenhauses ist beachtlich. In der Regel rechnet man mit 100 Jahren. Da es durchaus Holzrahmenhäuser gibt, die schon an die 600 Jahre alt sind, sollte dies als unterer Wert angesetzt werden.
Wegen der langen Lebensdauer entsprechen Holzrahmenhäuser dem Prinzip des nachhaltigen Bauens. Das Holz wird aus nachwachsendem Rohstoff gewonnen. Bei den Dämmmaterialien kann auch auf ökologische Stoffe wie zum Beispiel Hanf, Schafswolle oder Stroh zurückgegriffen werden. Wenn das Haus abgerissen werden soll, dann ist das Baumaterial ohne große Probleme für die Umwelt zu beseitigen.




