Alternativen zur Eigenheimzulage
Als die Eigenheimzulage abgeschafft wurde, prophezeiten viele massive Einbrüche im Bauwesen. Inzwischen erlebt man, dass es auch ohne Eigenheimzulage möglich ist, ein Eigenheim zu erwerben oder zu bauen. Extrem niedrige Zinsen bei der Baufinanzierung, diverse Fördermittel vom Staat und seit neuestem der so genannte „Bau-Riester“ ermöglichen es Bauwilligen nach wie vor günstig an ein Eigenheim zu kommen. Es lohnt sich die verschiedenen Alternativen genauer auszuloten, um die optimale Variante für die persönlichen Bedürfnisse zu finden.
Riesterförderung
Beim so genannten „Wohn-Riester“ ist es möglich, die angesparte „Riesterrente“ plus der angefallenen Zinsen zur Abzahlung des Immobilienkredits zu nehmen. Bauherren, die sofort Gelder für die Abzahlung eines Immobilienkredites einsetzen möchten, können die gesamte monatliche Riesterförderung dafür nutzen. Welche der zwei Varianten für den Einzelnen am geeignetsten ist, muss individuell geklärt werden.
Weitere Förderungsmaßnahmen
Die meisten Bundesländer bieten vergünstigte Baudarlehn für Wohnungs- und Hauskäufer ebenso wie für Hausmodernisierungen an. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) offeriert Hauskäufern und Modernisierungswilligen eine Vielzahl von Förderprogrammen. Dabei spielt das langfristige Ziel des Bundes nach einer weitgehenden Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und einer effiziente Nutzung von erneuerbarer Energie eine bedeutende Rolle. Um diese Ziele zu erreichen wurden unterschiedliche Standards Wohnungsneubau definiert. Zum Beispiel ist in der Wärmeschutzverordnung von 2002 festgelegt, dass bei Neubauten der Heizwärmebedarf zwischen 54 und 100 kWh/(m²a) liegen muss. Die Novellierung dieser Verordnung im Jahr 2008 führte zur Energiesparverordnung (EnEV) mit deutlich verschärften Vorgaben. Zur Erreichung und Einhaltung dieser Werte sind seitens der Bauherren unterstützt durch seine Baufirma verstärkte Anstrengungen von Nöten. Deshalb legte die KfW verschiedene Programme zum ökologischen Wohnungsbau auf. Ihr Ökohaus muss bestimmte Kennzahlen erreichen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet attraktive Förderungen für das so genannte KfW-40- oder KfW-60-Haus sowie für Passivhäuser an. Die Förderungen sind so günstig, dass es sich durchaus lohnt, in diese Richtung zu planen. Speziell der Bau von Niedrigstenergiehäusern und Passivhäusern wird durch günstige Baukredite gefördert. Aber nicht nur der Neubau wird unterstützt. Sanierungsmaßnahmen für Altbauten sind ebenso förderungswürdig wie Umrüstung von Heizsystemen auf erneuerbare Energien. fördern
Der Einsatz regenerativer Energien wird durch andere Fördermaßnahmen begünstigt. Die Gewinnung von Solarstrom wird interessant durch die staatliche Abnahmegarantie für den Strom und Preise von bis zu 43,00 Cent je Kilowattstunde. Ein anderes Beispiel sind Erdwärmeanlagen. Für den Bau gibt es staatliche Zuschüsse, die jedoch oftmals länderspezifisch sind. In vielen Regionen bieten die Stromversorger Erdwärmetarife für den Strombedarf der Anlagen.
Auch über Abschreibungsmodelle beim Finanzamt sind Einsparungen möglich. Beispielsweise können für den vermieteten Teil eines selbstgebauten Zweifamilienhauses steuerliche Abschreibungen geltend gemacht werden.
Welche Art der Baufinanzierung am Ende gewählt wird, hängt von vielen individuell unterschiedlichen Faktoren ab. Auf der Grundlage genauer Recherchen lässt sich durch Kreativität und geschicktes Kombinieren der unterschiedlichen Möglichkeiten eine fundierte und solide Baufinanzierung aufstellen. So kann sich der Traum von den eigenen vier Wänden ohne finanzielle Katastrophen erfüllen.




